Substantivierungen

etwas Schönes, nichts Neues: nach diesen Wörtern wird es groß

Kurz geantwortet

Nach den Signalwörtern etwas, nichts, viel, wenig und alles wird das folgende Adjektiv großgeschrieben, denn es ist substantiviert: etwas Schönes, nichts Neues, viel Gutes, wenig Hilfreiches, alles Wichtige. Meist trägt es die Endung -es. Die bekannteste Ausnahme ist ander-: Der Duden empfiehlt etwas anderes klein, die Großschreibung ist ebenfalls zulässig.

Die Regel

Fünf kleine Wörter machen aus einem Adjektiv ein Nomen: etwas, nichts, viel, wenig, alles. Was nach ihnen kommt, steht für eine Sache — und wird deshalb großgeschrieben:

  • etwas Schönes, etwas Besonderes
  • nichts Neues, nichts Genaues
  • viel Gutes, wenig Hilfreiches
  • alles Wichtige, alles Weitere

Warum groß? „Etwas Schönes" meint nicht „irgendwie schön", sondern eine schöne Sache — das Adjektiv übernimmt die Rolle eines Nomens. Das hörst du an der Frage: Ich wünsche mir etwas. Was denn? Etwas Schönes. Was auf die Was-Frage antwortet, ist substantiviert. Gut zu erkennen ist es auch an der typischen Endung -es und daran, dass sich das Wort steigern lässt: nichts Besseres, etwas Schlimmeres.

Die Ausnahme heißt ander-: Bei „etwas anderes" und „nichts anderes" empfiehlt der Duden die Kleinschreibung — ander- wird wie ein Zahladjektiv behandelt. Die Großschreibung (etwas Anderes) ist seit 2006 ebenfalls zulässig; ein Fehler ist hier also keine der beiden Formen. Klein bleiben außerdem mehr und weniger: etwas mehr Zeit, nichts weniger — das sind keine Adjektive, die substantiviert werden könnten.

Nicht verwechseln: Auch ohne Signalwort werden Adjektive substantiviert, wenn ein Artikel sie zum Nomen macht — das Beste, alles Gute zum Geburtstag. Diese Fälle mit Artikel behandelt die Seite substantivierte Adjektive; die Grundregel für Verben (das Lesen, beim Schwimmen) steht unter substantivierte Verben.

Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung, Bereich D — Groß- und Kleinschreibung. Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung

Beispiele: richtig und falsch

FalschRichtigWarum
Ich habe dir etwas schönes mitgebracht. Ich habe dir etwas Schönes mitgebracht. Signalwort etwas — das Adjektiv ist substantiviert, groß.
In den Nachrichten gab es nichts neues. In den Nachrichten gab es nichts Neues. Signalwort nichts — groß, mit typischer Endung -es.
Der Trainer hatte viel positives zu berichten. Der Trainer hatte viel Positives zu berichten. Signalwort viel — das substantivierte Adjektiv wird groß.
Wir wünschen euch alles gute im neuen Jahr. Wir wünschen euch alles Gute im neuen Jahr. Signalwort alles — groß. Der Klassiker unter den Glückwunsch-Fehlern.
Es gab wenig erfreuliches zu berichten. Es gab wenig Erfreuliches zu berichten. Auch wenig ist ein Signalwort — das Adjektiv dahinter wird groß. Klein bleibt nur mehr/weniger: etwas mehr Zeit.

Typische Fehler

  • „etwas schönes", „nichts neues", „viel gutes" — das Signalwort wird überlesen und das Adjektiv bleibt klein. Dabei zeigt schon die Endung -es und die Was-Frage: Hier steht das Adjektiv für eine Sache und wird großgeschrieben.
  • Übertreibung nach der frisch gelernten Regel: Nach etwas und nichts wird alles großgeschrieben — „etwas Mehr", „nichts Weniger", „etwas Anderes" als vermeintliche Pflicht. Mehr und weniger bleiben klein; bei ander- empfiehlt der Duden die Kleinschreibung, beides ist erlaubt.
  • Das Muster wird nur bei etwas erkannt, nicht bei den anderen Signalwörtern: „viel gutes", „wenig hilfreiches", „alles wichtige". Die Regel gilt für die ganze Gruppe etwas, nichts, viel, wenig, alles.
  • In Glückwünschen hat sich „alles gute" festgesetzt — gerade weil man es so oft tippt. Gute steht hier für alles Gute, das man wünscht: ein substantiviertes Adjektiv, großgeschrieben.
Merksatz

Etwas, nichts, viel, wenig, alles — nach diesen fünf wird groß geliefert: etwas Schönes, nichts Neues, viel Gutes. Frag „Was denn?" — was darauf antwortet, ist eine Sache und schreibt sich groß. Nur ander- darf klein bleiben.

Selbsttest: 5 Sätze

Entscheide selbst, dann klapp die Lösung auf. Wenn du hier ins Stocken kommst, weißt du, woran du arbeiten solltest.

  1. Erzähl mir etwas ___! (lustiges/Lustiges)

    Lösung
    Lustiges — Signalwort etwas — substantiviert, groß.
  2. Der Detektiv fand nichts ___. (verdächtiges/Verdächtiges)

    Lösung
    Verdächtiges — Signalwort nichts — groß, Endung -es.
  3. Wir wünschen dir alles ___ zur bestandenen Prüfung. (gute/Gute)

    Lösung
    Gute — Signalwort alles — das substantivierte Adjektiv ist groß.
  4. Heute ist etwas ___ passiert. (besonderes/Besonderes)

    Lösung
    Besonderes — Signalwort etwas — groß. Die Was-Frage passt: Was ist passiert? Etwas Besonderes.
  5. Das ist nichts ___ als ein Missverständnis. (anderes/Anderes — empfohlene Schreibung)

    Lösung
    anderes — Die Ausnahme: Bei ander- empfiehlt der Duden klein; die Großschreibung wäre ebenfalls zulässig.

Ab welcher Klasse?

Klasse 7–10

Die Signalwort-Regel wird in den Klassen 7 und 8 eingeführt und gehört danach zu den meistgeprüften Fällen der Groß- und Kleinschreibung — in Diktaten ebenso wie in freien Texten, wo „etwas schönes" und „alles gute" zuverlässig angestrichen werden. Bis in die Oberstufe bleibt sie eine der häufigsten Flüchtigkeitsstellen.

Häufige Fragen

Schreibt man etwas Schönes groß oder klein?
Groß: etwas Schönes. Nach den Signalwörtern etwas, nichts, viel, wenig und alles ist das Adjektiv substantiviert — es steht für eine Sache und bekommt meist die Endung -es. Dasselbe gilt für nichts Neues, viel Gutes und alles Wichtige.
Heißt es etwas anderes oder etwas Anderes?
Der Duden empfiehlt die Kleinschreibung: etwas anderes, nichts anderes — ander- wird wie ein Zahladjektiv behandelt. Seit 2006 ist die Großschreibung ebenfalls zulässig. Falsch ist hier also keine der beiden Formen; wer der Empfehlung folgt, schreibt klein.
Warum bleibt mehr in etwas mehr Zeit klein?
Weil mehr kein Adjektiv ist, das substantiviert werden könnte — es bestimmt nur die Menge, wie auch weniger. Die Großschreibung nach etwas und nichts greift nur bei echten Adjektiven: etwas Schönes, nichts Besseres.
Mein Kind schreibt alles gute in jede Geburtstagskarte — wie geht das weg?
Durch Wiederholung an genau dieser Stelle, nicht durch nochmaliges Regellesen. Solche eingeschliffenen Muster löst man, indem der Fehler mehrfach in eigenen Sätzen korrigiert wird — Schreibfit erkennt ihn in der fotografierten Klassenarbeit und übt ihn so lange an, bis die Großschreibung automatisch kommt.

Du kennst die Regel — und machst den Fehler trotzdem?

„etwas schönes" und „alles gute" gehören zu den meistangestrichenen Fehlern überhaupt — sie passieren beim schnellen Schreiben, nicht aus Unwissen. Genau solche Automatismen entscheiden am Ende über die Rechtschreibnote.

Das ist kein Wissensproblem, sondern ein Automatisierungsproblem — und genau da setzt Schreibfit an: Du fotografierst deine korrigierte Klassenarbeit, die App liest die angestrichenen Stellen und übt mit dir genau deine echten Fehler, bis sie sitzen. Nicht irgendwelche.

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