Die Wortarten: alle zehn im Überblick
Kurz geantwortet
Das Deutsche kennt zehn Wortarten. Verändern lassen sich Nomen, Artikel, Pronomen, Adjektiv, Numerale und Verb — sie werden gebeugt. Unveränderlich sind Adverb, Präposition, Konjunktion und Interjektion. Die Wortart erkennt man an ihrer Funktion und an Proben: Passt ein Artikel davor, ist es ein Nomen; lässt es sich steigern, ist es ein Adjektiv. Wer die Wortarten sicher trennt, hat den Schlüssel zu Rechtschreibung und Zeichensetzung.
Die Regel
Jedes Wort gehört zu einer Wortart — einer Klasse mit gemeinsamen Eigenschaften. Das Deutsche kennt zehn davon. Der erste Schnitt teilt sie in zwei Gruppen:
- veränderlich (flektierbar) — sie ändern ihre Form: Nomen (Haus, Häuser), Artikel (der, die), Pronomen (ich, mein), Adjektiv (schön, schöner), Numerale (zwei, zweite) und Verb (gehen, ging).
- unveränderlich — sie bleiben immer gleich: Adverb (heute, dort), Präposition (auf, mit), Konjunktion (und, weil) und Interjektion (oh, aua).
Die wichtigsten Proben, um eine Wortart zu bestimmen:
- Passt ein Artikel davor (der, die, das)? → Nomen. Deshalb schreibt man Nomen groß.
- Lässt es sich steigern (schön, schöner)? → Adjektiv. Steht es beim Nomen und passt sich ihm an, ist es ein Attribut.
- Kann man es beugen und eine Zeit bilden (ich gehe, ich ging)? → Verb.
- Kann man es durch ein Nomen ersetzen (er, sie, es)? → Pronomen.
Warum das für die Rechtschreibung zählt: Fast jede Regel setzt die Wortart voraus. Ob ein Wort groß oder klein geschrieben wird, hängt daran, ob es ein Nomen ist. Ob ein Komma steht, hängt an Konjunktionen und Satzbau. Die Wortarten sind also kein Selbstzweck, sondern das Fundament.
Die häufigste Verwechslung ist die von Adjektiv und Adverb: Beide sagen, wie etwas ist. Das Adjektiv gehört zum Nomen (der schnelle Läufer), das Adverb zum Verb (er läuft schnell). Nur das Adjektiv lässt sich beugen.
Beispiele: richtig und falsch
| Falsch | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| Nomen benennen, Verben sagen, was geschieht. | Ein Nomen kann man mit Artikel setzen (das Spiel), ein Verb beugen (spielen, spielte). | |
| Er singt schön. | Beim Verb steht das Adverb (schön), nicht das gebeugte Adjektiv. | |
| Das schnelle Auto fährt. | Beim Nomen steht das Adjektiv und passt sich an (das schnelle Auto). | |
| mit ist eine Präposition | Präpositionen stehen vor einem Nomen und fordern einen Fall (mit dem Auto). | |
| und ist eine Konjunktion, die Wörter oder Sätze verbindet | Konjunktionen verknüpfen, verändern die verbundenen Teile aber nicht. |
Typische Fehler
- Nomen werden übersehen, wenn man sie nicht anfassen kann (Angst, Glück) oder wenn ein Verb wie ein Nomen gebraucht wird (das Lesen). Die Probe ist der Artikel: Passt der, die oder das davor, ist es ein Nomen — und wird großgeschrieben.
- Das Prädikat besteht oft aus mehreren Verben: „Sie hat gewonnen", „Er wird kommen". Das Hilfsverb (hat, wird, ist) gehört mit zum Prädikat. Wer nur das Vollverb sieht, bestimmt Zeit und Satzbau falsch.
- Adjektiv und Adverb werden vertauscht: „Er singt schöne" statt schön. Zum Nomen gehört das gebeugte Adjektiv (der schöne Klang), zum Verb das unveränderliche Adverb (er singt schön).
- Präpositionen fordern einen bestimmten Fall: mit dem (Dativ), für den (Akkusativ), wegen des (Genitiv). Wird die Forderung übersehen, entsteht ein falscher Fall — „mit den Auto" statt mit dem Auto.
- Konjunktionen werden nicht unterschieden: nebenordnende (und, oder, aber) verbinden Gleichrangiges, unterordnende (weil, dass, wenn) leiten einen Nebensatz ein und verändern die Verbstellung. Das entscheidet über das Komma.
- Adverbien, Partikeln und Numerale werden vermischt. Adverbien sagen wann, wo oder wie (heute, dort, gern), Numerale zählen (zwei, zweite), Partikeln verstärken (sehr, nur). Keine davon lässt sich wie ein Adjektiv beugen.
Frag nach Form und Funktion. Artikel davor möglich? Nomen. Steigerbar? Adjektiv. Zeit bildbar? Verb. Ersetzbar durch er/sie/es? Pronomen. Sechs Wortarten beugt man, vier bleiben immer gleich.
Selbsttest: 5 Sätze
Entscheide selbst, dann klapp die Lösung auf. Wenn du hier ins Stocken kommst, weißt du, woran du arbeiten solltest.
-
Welche Wortart ist Haus?
Lösung
Nomen — Man kann einen Artikel davorsetzen (das Haus) — also ein Nomen, großgeschrieben. -
Welche Wortart ist laufen?
Lösung
Verb — Man kann eine Zeit bilden (ich laufe, ich lief) — ein Verb. -
In Er fährt schnell — welche Wortart ist schnell?
Lösung
Adverb — Es gehört zum Verb fährt und bleibt unverändert — ein Adverb. -
Welche Wortart ist weil?
Lösung
Konjunktion — Es leitet einen Nebensatz ein — eine unterordnende Konjunktion. -
Welche Wortart ist mein in mein Buch?
Lösung
Pronomen — Es steht statt eines Namens und begleitet das Nomen — ein (Possessiv-)Pronomen.
Ab welcher Klasse?
Die Wortarten sind Stoff der Klassen 5 und 6 und werden bis in die Mittelstufe vertieft. Sie wirken trocken, sind aber das Werkzeug hinter fast jeder Rechtschreib- und Kommaregel — deshalb lohnt es sich, sie früh sicher auseinanderzuhalten.
Häufige Fragen
Welche zehn Wortarten gibt es im Deutschen?
Wie bestimmt man die Wortart eines Wortes?
Was ist der Unterschied zwischen Adjektiv und Adverb?
Warum sind Wortarten für die Rechtschreibung wichtig?
Du kennst die Regel — und machst den Fehler trotzdem?
Die Wortarten aufzusagen ist das eine — sie im eigenen Satz zu erkennen das andere. Genau daran hängen die Punkte in der Klausur: ein kleingeschriebenes Nomen, ein falsches Komma, weil die Konjunktion nicht als solche erkannt wurde.
Das ist kein Wissensproblem, sondern ein Automatisierungsproblem — und genau da setzt Schreibfit an: Du fotografierst deine korrigierte Klassenarbeit, die App liest die angestrichenen Stellen und übt mit dir genau deine echten Fehler, bis sie sitzen. Nicht irgendwelche.
Zum Beta-Start benachrichtigenKostenlos. Klasse 1–13. Hosting und KI in der EU.