Zeichensetzung / Kommasetzung

Wörtliche Rede: die Zeichensetzung sicher setzen

Kurz geantwortet

In der wörtlichen Rede steht das Gesagte in Anführungszeichen. Kommt der Begleitsatz davor, folgt ein Doppelpunkt: Er sagte: „Ich komme." Kommt er danach, steht nach dem schließenden Anführungszeichen ein Komma, und der Punkt der Aussage entfällt: „Ich komme", sagte er. Frage- und Ausrufezeichen bleiben dagegen erhalten: „Kommst du?", fragte sie.

Die Regel

Wörtliche Rede gibt wieder, was jemand genau gesagt hat — Wort für Wort, in Anführungszeichen. Der Satz, der sie ankündigt oder begleitet, heißt Begleitsatz („sagte er", „fragte sie"). Wo Doppelpunkt und Komma stehen, hängt allein davon ab, wo dieser Begleitsatz steht.

Fall 1 — Begleitsatz vorn: Nach dem Begleitsatz steht ein Doppelpunkt, dann folgt die Rede: Sie sagte: „Ich komme später." Das erste Wort der Rede wird großgeschrieben.

Fall 2 — Begleitsatz hinten: Nach der Rede steht ein Komma — und zwar hinter dem schließenden Anführungszeichen: „Ich komme später", sagte sie. Wichtig: Der Punkt, mit dem die Aussage sonst endet, entfällt und wird durch das Komma ersetzt. Ein Frage- oder Ausrufezeichen bleibt dagegen erhalten und steht noch vor dem schließenden Zeichen: „Kommst du?", fragte sie.

Fall 3 — Begleitsatz eingeschoben: Unterbricht der Begleitsatz die Rede, wird er beidseitig mit Komma eingeschlossen: „Ich komme", sagte sie, „aber erst später." Wird die Rede danach nur fortgesetzt, geht sie klein weiter.

Die Denkrichtung: Nicht die Rede selbst bringt die Zeichen mit, sondern die Naht zum Begleitsatz. Frag also nicht „Welches Zeichen kommt hier?", sondern „Wo trifft die Rede auf den Begleitsatz — und in welche Richtung?".

Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung, Bereich E — Zeichensetzung. Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung

Beispiele: richtig und falsch

FalschRichtigWarum
Er sagte, „Ich habe Hunger." Er sagte: „Ich habe Hunger." Kündigt der Begleitsatz die Rede an, steht dort ein Doppelpunkt, kein Komma.
„Ich habe keine Zeit." sagte sie. „Ich habe keine Zeit", sagte sie. Folgt der Begleitsatz, wird der Punkt zum Komma hinter dem Anführungszeichen.
„Wo warst du" fragte er. „Wo warst du?", fragte er. Das Fragezeichen bleibt und steht vor dem schließenden Anführungszeichen.
„Komm bitte", sagte er „es ist spät." „Komm bitte", sagte er, „es ist spät." Der eingeschobene Begleitsatz wird beidseitig mit Komma eingeschlossen.
sie flüsterte: „gute nacht." Sie flüsterte: „Gute Nacht." Nach dem Doppelpunkt beginnt die Rede mit einem großen Buchstaben.

Typische Fehler

  • Der Punkt bleibt am Ende der Rede stehen, obwohl ein Begleitsatz folgt: „Ich komme." sagte er. Richtig wird der Punkt zum Komma und rückt hinter das Anführungszeichen: „Ich komme", sagte er.
  • Vor der wörtlichen Rede steht ein Komma statt des Doppelpunkts: Er rief, „Vorsicht!" Kündigt der Begleitsatz die Rede an, gehört dorthin ein Doppelpunkt: Er rief: „Vorsicht!"
  • Das Frage- oder Ausrufezeichen fällt weg: „Bist du sicher", fragte sie. Es gehört zur Frage und bleibt erhalten — vor dem schließenden Anführungszeichen: „Bist du sicher?", fragte sie.
  • Das Komma zwischen Rede und Begleitsatz fehlt ganz: „Das reicht" sagte der Lehrer. Zwischen beide gehört ein Komma: „Das reicht", sagte der Lehrer.
Merksatz

Begleitsatz vorn: Doppelpunkt. Begleitsatz hinten: Komma hinter das Anführungszeichen. Der Punkt der Aussage weicht dem Komma — Frage- und Ausrufezeichen bleiben.

Selbsttest: 5 Sätze

Entscheide selbst, dann klapp die Lösung auf. Wenn du hier ins Stocken kommst, weißt du, woran du arbeiten solltest.

  1. Er fragte ___ „Hast du kurz Zeit?"

    Lösung
    (Doppelpunkt) — Der Begleitsatz steht vorn und kündigt die Rede an — dahinter ein Doppelpunkt.
  2. „Ich bin gleich fertig ___ rief sie aus der Küche.

    Lösung
    (Komma) — Nach der Rede folgt der Begleitsatz; das Komma steht hinter dem Anführungszeichen.
  3. „Warum lachst du ___ fragte er verwundert.

    Lösung
    (Fragezeichen) — Das Fragezeichen gehört zur Frage und bleibt vor dem schließenden Anführungszeichen.
  4. „Bleib stehen ___ sagte er, „ich hole Hilfe."

    Lösung
    (Komma) — Auch vor dem eingeschobenen Begleitsatz steht ein Komma.
  5. Plötzlich rief jemand ___ „Feuer!"

    Lösung
    (Doppelpunkt) — Der ankündigende Begleitsatz steht vorn — Doppelpunkt, das Ausrufezeichen bleibt in der Rede.

Ab welcher Klasse?

Klasse 5–7

Die wörtliche Rede lernt man früh — ab Klasse 5, in der Grundschule oft schon davor. Die Regel ist schnell verstanden, doch in Aufsätzen und Nacherzählungen häufen sich die Fehler: Gerade das Komma nach der Rede und der Doppelpunkt davor gehen im Schreibfluss unter, sobald ein Dialog Fahrt aufnimmt.

Häufige Fragen

Wie setzt man die Zeichen in der wörtlichen Rede?
Steht der Begleitsatz vor der Rede, folgt ein Doppelpunkt: Er sagte: „Ich komme." Steht er danach, kommt ein Komma hinter das schließende Anführungszeichen: „Ich komme", sagte er. Wird der Begleitsatz eingeschoben, wird er beidseitig mit Komma abgetrennt.
Kommt vor der wörtlichen Rede ein Komma oder ein Doppelpunkt?
Ein Doppelpunkt. Der Begleitsatz kündigt die Rede an, und Angekündigtes wird im Deutschen mit Doppelpunkt eingeleitet: Sie fragte: „Kommst du mit?" Ein Komma an dieser Stelle ist ein häufiger Fehler.
Was passiert mit dem Punkt am Ende der Rede?
Folgt ein Begleitsatz, entfällt der Punkt und wird durch ein Komma ersetzt, das hinter dem Anführungszeichen steht: „Es ist spät", sagte er. Ein Frage- oder Ausrufezeichen bleibt dagegen erhalten: „Ist es spät?", fragte er.
Mein Kind verhaspelt sich bei der wörtlichen Rede — was hilft?
Meist sitzt die Regel, nur im Schreibfluss eines Dialogs verschwinden die Zeichen aus dem Blick. Was hilft, ist Wiederholung an genau den Sätzen aus der eigenen Klassenarbeit, die angestrichen wurden — nicht an fremden Listen. Genau dafür ist Schreibfit gebaut.

Du kennst die Regel — und machst den Fehler trotzdem?

Die Regel ist im Kopf — und trotzdem fehlt im Diktat wieder das Komma nach der Rede oder der Doppelpunkt davor, weil beim Schreiben eines Dialogs niemand an die Zeichen denkt, sondern an die Geschichte.

Das ist kein Wissensproblem, sondern ein Automatisierungsproblem — und genau da setzt Schreibfit an: Du fotografierst deine korrigierte Klassenarbeit, die App liest die angestrichenen Stellen und übt mit dir genau deine echten Fehler, bis sie sitzen. Nicht irgendwelche.

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