Zeichensetzung / Kommasetzung

Komma bei Infinitivgruppen? Bei um und ohne ist es Pflicht

Kurz geantwortet

Bei einer Infinitivgruppe mit „zu" steht ein Komma, sobald sie mit „um", „ohne", „statt", „anstatt", „außer" oder „als" eingeleitet wird: Er ging, um zu lernen. Sie ging, ohne zu zahlen. In diesen Fällen ist das Komma Pflicht. Bei einfachen Infinitivgruppen ohne solches Einleitewort darfst du das Komma setzen, musst aber nicht.

Die Regel

Eine Infinitivgruppe ist ein Satzteil mit „zu" und einem Grundverb: zu lernen, um pünktlich zu sein, ohne sich zu melden. Ob davor ein Komma steht, hängt an einer einzigen Frage: Wird die Gruppe eingeleitet — oder steht sie frei?

Komma-Pflicht — die Gruppe wird durch eines dieser Wörter eingeleitet: um, ohne, statt, anstatt, außer, als. Dann steht immer ein Komma davor: Er stand früh auf, um den Zug zu erreichen. Sie ging, ohne sich zu verabschieden. Anstatt zu helfen, sah er nur zu.

Komma freigestellt — eine einfache Infinitivgruppe ohne solches Einleitewort: „Er versprach, pünktlich zu sein." Hier ist beides erlaubt. Ein Komma macht lange Sätze übersichtlicher, kurze brauchen keins.

Wieder Komma-Pflicht, wenn ein hinweisendes Wort die Gruppe ankündigt oder wieder aufnimmt — „es", „daran", „darauf": Es macht Spaß, im Regen zu tanzen. Sie dachte nicht daran, ihn zu fragen. Auch wenn die Gruppe von einem Substantiv abhängt: Sie hatte den Wunsch, alles zu verstehen.

Die Faustregel für die Klausur: Fang die Einleitewörter „um, ohne, statt, anstatt, außer, als" ab — da ist das Komma sicher fällig. Der Rest ist meist freigestellt; entscheide dann nach Übersichtlichkeit.

Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung, Bereich E — Zeichensetzung. Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung

Beispiele: richtig und falsch

FalschRichtigWarum
Er sparte um ein Auto zu kaufen. Er sparte, um ein Auto zu kaufen. Eingeleitet mit „um" — Komma ist Pflicht.
Sie ging ohne sich zu verabschieden. Sie ging, ohne sich zu verabschieden. Eingeleitet mit „ohne" — Komma ist Pflicht.
Anstatt zu lernen spielte er. Anstatt zu lernen, spielte er. Vorangestellte Gruppe mit „anstatt" — sie wird hinten abgetrennt.
Es ist wichtig pünktlich zu sein. Es ist wichtig, pünktlich zu sein. Ein „es" kündigt die Gruppe an — Komma ist Pflicht.
Sie hatte den Wunsch alles zu verstehen. Sie hatte den Wunsch, alles zu verstehen. Die Gruppe hängt vom Substantiv „Wunsch" ab — Komma ist Pflicht.

Typische Fehler

  • „Er sparte um ein Auto zu kaufen." — vor „um … zu" fehlt das Komma. Bei „um zu", „ohne zu", „statt zu" und „anstatt zu" ist das Komma keine Kür, sondern Pflicht.
  • Dasselbe bei „ohne … zu": „Sie ging ohne sich zu verabschieden." Die Gruppe wird eingeleitet, also steht ein Komma davor.
  • Bei vorangestellter Gruppe wird das Komma dahinter vergessen: „Anstatt zu lernen spielte er." Auch wenn die Infinitivgruppe vorn steht, wird sie abgetrennt.
  • Umgekehrt wird bei einer freigestellten Gruppe zu viel gegrübelt. „Er versprach zu kommen" darf mit oder ohne Komma stehen — hier gibt es kein Falsch.
Merksatz

„um, ohne, statt, anstatt, außer, als" — wo eines dieser Wörter eine Infinitivgruppe einleitet, steht davor sicher ein Komma. Der Rest ist meist freigestellt.

Selbsttest: 5 Sätze

Entscheide selbst, dann klapp die Lösung auf. Wenn du hier ins Stocken kommst, weißt du, woran du arbeiten solltest.

  1. Er rannte ___ um den Bus zu erwischen.

    Lösung
    (Komma) — Eingeleitet mit „um" — Komma ist Pflicht.
  2. Sie unterschrieb ___ ohne den Vertrag zu lesen.

    Lösung
    (Komma) — „ohne … zu" leitet die Gruppe ein — Komma ist Pflicht.
  3. Anstatt zu antworten ___ schwieg sie.

    Lösung
    (Komma) — Vorangestellte Gruppe mit „anstatt" — sie wird hinten abgetrennt.
  4. Es ist schön ___ dich zu sehen.

    Lösung
    (Komma) — Das „es" kündigt die Infinitivgruppe an — Komma ist Pflicht.
  5. Er hofft ___ bald zu gewinnen.

    Lösung
    (Komma erlaubt, aber nicht nötig) — Einfache Infinitivgruppe ohne Einleitewort — hier ist das Komma freigestellt.

Ab welcher Klasse?

Klasse 9–12

Die Kommasetzung bei Infinitivgruppen kommt später als die übrigen Kommaregeln: ab Klasse 9 und bis in die Oberstufe (Klasse 12). Sie gilt als anspruchsvoll, weil man die Einleitewörter erkennen muss — sitzt diese eine Unterscheidung, ist der Rest überraschend entspannt.

Häufige Fragen

Wann steht bei einer Infinitivgruppe ein Komma?
Immer, wenn sie mit „um", „ohne", „statt", „anstatt", „außer" oder „als" eingeleitet wird, wenn sie von einem Substantiv abhängt oder von einem Wort wie „es" oder „daran" angekündigt wird. In allen anderen Fällen darfst du das Komma setzen, musst aber nicht.
Kommt vor um zu immer ein Komma?
Ja. „um zu", „ohne zu", „statt zu" und „anstatt zu" leiten eine Infinitivgruppe ein, und vor einer eingeleiteten Infinitivgruppe steht immer ein Komma. Das ist einer der wenigen Punkte hier ganz ohne Ausnahme.
Ist das Komma bei „Er versprach zu kommen" richtig oder falsch?
Beides ist richtig. Diese Gruppe hat kein Einleitewort und hängt von keinem Substantiv ab, also ist das Komma freigestellt. Ein Komma macht längere Sätze übersichtlicher, nötig ist es hier nicht.
Mein Kind setzt bei um zu nie ein Komma — was hilft?
Meist fehlt nicht die Regel, sondern der Blick fürs Einleitewort im Schreibfluss. Was hilft, ist Wiederholung an genau den eigenen Sätzen, in denen es gefehlt hat, bis das „um" automatisch das Komma auslöst. Genau dafür ist Schreibfit gebaut.

Du kennst die Regel — und machst den Fehler trotzdem?

Dass „um zu" ein Komma braucht, weißt du — aber im Schreibfluss rutscht der Satz durch, und das Komma fehlt wieder genau da, wo es Pflicht ist.

Das ist kein Wissensproblem, sondern ein Automatisierungsproblem — und genau da setzt Schreibfit an: Du fotografierst deine korrigierte Klassenarbeit, die App liest die angestrichenen Stellen und übt mit dir genau deine echten Fehler, bis sie sitzen. Nicht irgendwelche.

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